OKTOBER

Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen.
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,
herbstkräftig die gedämpfte Welt
in warmem Golde fließen.

 

Eduard Mörike

 

 

 

Sturmwinde fegen das letzte Blau vom Himmel.

Ein Jet düst silbern gegen den grauen Horizont.

Sonniges Leuchten gleitet über das Schlosshügelgras. 

Drähte tanzen, Haselstauden, Blätter -

 

 

Süsser Duft am Spätnachmittag.

Weisslinge hängen im Origano.

Leise ist ihr Flügelschlag.

 

Ein riesiger Wolkenvogel am Himmel.

Verwandelt sich in einen Drachen. 

Zieht gegen Westen.

 

 

 

 

Die Sphinx sass im Orangenhain

 

In schlafverhüllter Welt

 

Im Mondschein Schweigen

 

In der Ferne winselnde Ungeheuer

 

 

 

Mein Haar bauschte sich im Wind / Schmetterlinge flatterten gegen ihn an /

Schwalben zischten über das Feld / Tannen wurden zu Kleinholz verarbeitet /

Mädesüss sonnte sich am Bachufer.

Rosenkäfer auf Mädesüss!

Holunderblüten!

A cornfield did not just contain corn,

It contained blood-red-poppies

and glowing blue cornflowers as well,

and clouded yellow butterflies flew about it

and skylarks sang above.

It was a landscape that delighted. 

 

Aus "The Moth Snowstorm" von Michael McCarthy

Tulpen

Performance

 

 

Ende April

 

Wedelnde Schatten

Eine Amsel im Baum

 

Ein bleiches Hellblau

weiss noch nicht,

 

ob es unter dem Himmel

bleiben will.

April

Süsser Blütenduft in den Bäumen

und ein summendes Bienengeschwader.

Die Sonne blinzelt durch die Äste.

Eine rote Tulpe öffnet sich.

 

 

Er ist's

 

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!


Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

 

 

Eduard Mörike

Farbspiele

A still white forest

Fog is sitting between the branches 

Snow crunches underfoot.

Weissbedeckter Wald.

Der Raureif hält sich

bis in den Nachmittag hinein.

 

Ich sitze am warmen Cheminée. 

Den Donauwalzer in den Ohren.