Archiv bis Dezember 2012

Silvester wenig Wind und Morgensonn’,

gibt viel Hoffnung auf Wein und Korn.

Weihrauch und Myrrhe.

Bewege mich durch ein duftendes Land.

Aus allen Winkeln strömt harziges Aroma,

süss, erdenschwer.

 

Der tanzende Derwisch dreht und dreht sich.

Majestätisch steht der Sykomoren Baum.

 

Winternachmittag

Ein freundliches weisses Pferd

Geneigte Bäume

 

Ungepfadete

Schneebepuderte Wege

Hinauf in die Stille

 

In der Waldschneise

Frisch geschlagene Tannen

Harz und Zapfenduft.

 

Um die Mittagszeit

schimmert ein feines Hellblau

hinter Schneebäumen.

 

Später rieselt es

aus weissem Wolkenvorhang.

Ich lese ein Buch. 

 

 

Novemberregenzeit; eine Primel ist auch noch da

Tis the last rose of summer

Left blooming alone;

All her lovely companions

Are faded and gone.

 

Poem by Thomas Moore

 

 

 

 


Die Blätter fliegen schräg hinüber.

Goldgelb vor dem Himmelsgrau.

Das bunte Windrädchen dreht sich.

 

Ein gelbes Baumblatt in der Luft.

Es fällt noch nicht zu Boden.

Hängt am feinen Spinnenfaden.

Tänzelt wie von Geisterhand getragen.

 

In meinen Büchern.

Gepresste Gräser, verfärbte Blätter, Entenfedern.


Gelbe und rote Bäume in den Gärten.

Ein regendurchtränktes Maisfeld auf der Hügelkuppe.

Nebel bis in den Wald hinunter.

Ich trinke Kaffee.


 

 

Vom Föhnsturm herangewehte Maisblätter im Garten.

Sehe Rauchfeuer auf peruanischem Hochplateau,

Festschmaus, herumtollende Kinder, ein Farbenmeer.

Nach dem Sturm

Lese Baumblätter auf, leere Käferhüllen, Insektenflügel.

 


Hörst du

Das Schilfrohr,

der biegsame Haselstrauch,

das prächtig grosse Pflaumengeäst,

der knorrige Kirschbaum,

sie singen ihr eigenes Lied.

 

Das Schilfrohr flattert mit klebrigem Zitterton,

die grossen Haselblätter brummeln vor sich hin.

die Pflaumenblättchen sind einzeln kaum hörbar,

der Kirschbaum übertönt alle.

 

Sonnendurchtränkte

Süsse Brombeermedizin

In der Waldlichtung.

 

Hochgewachsenes

Rosagefärbtes Springkraut

Im stillen Schatten.

 

Moosteppichboden

Feingemusterte Hölzchen

Ich lese sie auf.

 

Hoch aufgetürmte Wolken.

Darüber ein feines Blau.

Ich giesse Sonnenblumen.

 

 

Late Summer Woman


 

Sommerzeit

Schwalben über dem Weizenfeld.

Elegant drehen sie ab / weichen aus / schnellen hinauf /

zeigen flinke Zierlichkeit/ Kapriolen unter blauem Juli-Himmel.

 

 

Kleiner Fuchs und Admiral

Grünes Heupferd und Brennnesselzünsler

Green Man with Diana

Frühlingserwachen

 

 

Neue Bewohner im Brennnesselfeld!

 

Amseltöne / Sperlinge flattern / Regen fällt. 

 

 

Hellgrüne Pappeln

drüben am Aarekanal.

 

Die Sonne steigt auf.

Licht gleisst über das Wasser.

 

 

Schon wieder Frühling

leuchtend gelbe Narzissen,

wärmende Sonne.

 

Zartes Grün in den Feldern,

die Obstbäume in Blüten.

 

Frühlingszeichen 

Wasservögel in der Luft.

Meisen besetzen Bäume.

Biegsame Leichtigkeit im Wind / hat mit Anmut den Winter überdauert  

Tombe la neige.

Adamo begleitet mich

durch die Morgendunkelheit

bei Minus acht Grad

 

 


Noch einmal wirbelt der Schnee.

Setzt sanften Vorhang

in die Nachtschwärze.

 

 

Sterne blitzen aus der wolkenlosen Dunkelheit.

Der alte Nachthimmel dreht sich

und Venus zeigt sich mit dem Halbmond.

 

 

An der Fensterfront

tanzen vervielfältigte

Lichter auf und ab.

 

Dazwischen wirbeln

unsichtbare Gedanken

in der Abendbahn.

 

Beschneite Dächer

Samarkand stell ich mir vor

Orientalisches Abseits

an den Horizont gemalt.

 

 

Januarabend

Hinter den Tannenspitzen

ein rot bemalter Himmel

nach einem freundlichen Tag.

 

 

Kapuzenwärme

Der Wind aus jeder Richtung

Januartage

 

There is a road from the eye to the heart

that does not go through the intellect.

G.K. Chesterton

 

Dezember 2011

Undurchschaubarer Himmel.

Silbern schimmerndes

Grasfeld an meiner Seite.

 

Wassergetränkte Strassen.

Lichterspiralen

zwirbeln den Fluss hinunter.

 

 


 

Gefallene Blättchen / rascheln leise am Strassenrand / ansonsten ist es dunkel / und sie in aller Fraugöttinnenfrühe unterwegs.

 

 

Herbstzeit 2011 - im November noch mit Blüten und Himbeeren

 

 

Über dem Kleefeld tummeln sich Schmetterlinge / zwirbeln hoch hinaus in die Luft / umtanzen einander mit flatterndem Leichtsinn / schön scheint ihnen die Sonne.

 

Weiter oben kreisen zwei Bussarde.

 

 

Schmetterlinge weit oben auf dem Hochzeitstanz.

Dicht unter dem Himmelsblau Schwalben.

Pralle Endsommerwärme, die Ernte auf dem Markt.

Kräftige Oliven und sonnengetränktes Öl aus Agrigento.

 

Schwalben im Sturzflug

Aus frischem Morgenhimmel

Mir zum Vergnügen

 


 

Freitagabend / tropische Wärme prallt ihr ins Gesicht.

Der angekündigte Sturm / lässt später Bäume und Haare wehen.

 

Wütendes Rauschen / kräftige Böen / zornige Winde.

 

Die Zypresse schaut nicht mehr traurig / sie tanzt mit Sturmfrisur.

Die Apfelbäume rütteln und schütteln sich selber.

Der Schilf verbeugt sich bis zum Boden hinunter.

 

 

Juli - Impressionen

 

Aus Himmelsfenstern

begrüsst mich heute

das lichteste Blau. 

 

 

Jets durchkreuzen den Himmel aus allen Richtungen.

Weisse Flugbahnen verbreitern sich,

verschwinden hinter Sommerwolken.

 

Darunter kreisende Schwalben wie eh und je,

silbern blitzen die Flügel.

 

 

 

Schneeweisse Cumuluswolken.

Die Sonne strahlt weit hinaus.

 

Zwei Turteltäubchen gehören auch ins Bild.

 

 

 

Wütender Nachtsturm

Garten und Wege

blütenübersät

dazwischen rote Kirschen.


 

Ein Tagpfauenauge (Inachis io) auf Sonnenhut aus


http://de.wikipedia.org/wiki/Tagpfauenauge


(fotografiert von Ewald Schmidt zur freien Vewendung)

 

Den schönen Schmetterling kann man fördern, indem man Brennnesseln am Rande des Gartens stehen lässt.

 

Eine Mai-Grille auf den Brennnesseln.

 

Grell ausgeleuchtetes Dorf.

Die Kinderschaukel am Nussbaum döst vor sich hin.

Im Zenit der Halbmond ganz weiss.

 

Fröhliche Elstern, Tauben und Singvögel

haben die Morgenfrühe für sich.

 

 

An der Aare

Blankgewaschene Hölzer / Steinformationen / Kiesel und Sand.

Rotschimmerndes Gebüsch / Ineinander verschlungene Bäume.

Noch überwiegen Braun- und Grautöne.

 

Schau in die Zwischenräume und hoch hinaus in den Himmel 

 



Schatten auf den Schneedecken,

es zeichnet sich alles ab.

  

Gedämpfte Stille

aus dem betrübten Himmel.

Zügig schreitet sie voran. 

 

Nun im Lichtkegel

der Strassenlampe

schräg gegenüber

leises Geriesel.

 

Die Ruhe ist eine liebenswürdige Frau

und wohnt in der Nähe der Weisheit.

 

Epicharmos (†um 460 v. Chr. in Syrakus, Sizilien) 

 


Scheinbäume

Alleen im

leicht bewegten Gewässer.

Meine halb geschlossenen Augen

Montag

 

Stilles Gewässer

Gespiegelte Baumbilder

 

 

Auf dem Heimweg

 

Es schneit schräg und still aus der Winternacht.

Setze meine Schritte behutsam in das glitzernde Weiss,

auf den unberührten Flockenteppich.

 

 

Ein Pferd mit Rückendecke,

unbewegliche Silhouette in klirrender Kälte

draussen vor dem Stall.

 

 

Unruhige Gedanken mässigen sich und

langsam öffnet sich ein friedlicher Weihnachtsraum.

 

 

 

 

Erinnerung

Feuerroter Mohn, lebhaft wiegend im lauwarmen Wind.

Nahe der Südküste, nur vereinzelt, dunkle Zypressen.

 

 

 

Frühmorgens


Hinter mir düstere Finsternis, höllenartige Schwärze,

vor mir am Himmel der Sichelmond, die glänzende Venus

 

und am fernen Horizont malt der Sonnenschein

ein lichtes Blau über die grimmigen Wolkenbänke,

unterstreicht sie mit flammendem Rot. 

 

Am Rande der ruhigen See

 

Unbewegtes Wasser

Schimmernde Spiegelfläche

Ein dunkelgraues Boot

Schwankend, nur leicht vertäut.

 

Rundum türmt sich Gebirge, schroffes Felsmassiv.

Auf dem Hochplateau ein Geheimnis -

Im Tipi-Zelt räumt ein kleines Mädchen Steine aus dem Weg.

Später jongliert es mit Schneebällen.

 

Jetzt setzt es weisse Segel, gleitet langsam dahin.

Erspäht Elephantine unter ägyptischer Mittagssonne.

 

Umschmeichelt von lauwarmen Winden, getragen auf welligem Blau, schaukelt es dem Ufer entgegen.


Josi M.

 

Es ist Zeit

die Leiter an den Apfelbaum zu stellen.

Im Herbst die prallen Früchte zu ernten.


Provencegefühle

Dicht am Gartenzaun

hochgewachsene

Lavendelbüsche.

 

Duftende Lilablüten

im ausgehenden Sommer.

 


Schläft ein Lied in allen Dingen,
die da träumen fort und fort,
und die Welt hebt an zu singen,
triffst du nur das Zauberwort.

Joseph von Eichendorff

 

  

Die Sonne blendet

an diesem Julimorgen

und der bleiche Mond

hängt jetzt genau vis-à-vis.

Schwalben jagen Insekten.

 

 

Im nahen Acker

der Futtermais schon halbhoch.

Die schwarze Katze

trägt stolz ihr rotes Halsband.

Wieder streiten die Krähen. 

 

Ein schwacher Schimmer

am Berghorizont

 

während ich reise

langsam erwache.

 

Sonne auf meinem Gesicht

wärmende Strahlen.

 

 

Sonne

Runde Torbögen

Alte gläserne Dachluken

In Dunkelgrün getauchte Jalousien

Kleinstadt

 

Innenhof

Schlafender Sämling

Zerzaustes wildes Rosengestrüpp

Von der Sonne gewärmter

Aprilort

 

  

Himmelszeichen
Himmelszeichen

Ein Frühling liegt in der Luft.

Vogelschwärme weit oben.

Sie sitzt am Bildschirm.  

 

Frühlingsliste

In den Himmel schauen

Blüten betrachten

ums Haus schlendern

Vögel beobachten

Katzen streicheln

Blumen geniessen

summenden Bienen lauschen

fröhlich den Tag erneuern

Maskerade

lustige Zeit

Tarnkappe und Federhut.

Verschleierte Augen, umhüllte Gestalt.

Geheimnis.

News aus der Welt der Literatur  

25.01.2010
Haiku-Wettbewerb
"Dichten und gewinnen", hiess es vor Weihnachten auf der BücherPICK-Homepage. Jetzt steht die Siegerin unseres Haiku-Wettbewerbes fest: Josefine Menhart gewinnt ein Exemplar des Buches "Siebzehn Silben Ewigkeit" (dtv)

Ihr Sieger-Haiku:

Kristallzuckerschnee
fällt aus dem Morgenhimmel.
Die Strasse ist weiss.

Wir gratulieren ganz herzlich!

Eskapaden am Morgenhimmel  

Es ist Samstag

Die Feiertage haben sich verzogen.

Sie öffnet das Fenster.

 

Es ist klirrend kalt

Der Boden weissbepudert.

 

Jetzt bohrt sich die Sonne grell durch die Wolken.

 

Auf einer Seite bleibt Gewitterdrohung

Die Bäume starren gespenstisch schwarz.

 

Zwischen den Grautönen zeigt sich hellblaue Lieblichkeit

Winged female figure: Iris (messenger of the gods) or Nike (Victory). 

Detail from an Attic red-figure pelike, middle of 5th century BC.

From Agrigento, Sicilia.

 

Jahresende 2009
Winterabend

Dunkelheit draussen

Wärme und Licht in den Häusern

Fernsehprogramme

 

 

Jetzt im Dezember Rotkehlchentöne.

Ich bleibe stehen, lausche.
  

Der Vogel unsichtbar in blätterlosen Bäumen.

Frühmorgens noch keine Menschenseele.

Dunkel die Räume.

 

 

Im Büro 
Ein Reiher im Tiefflug über das Wäldchen,
hinter den Bäumen die Autobahn.

Die Wolken sind beinahe abgezogen,

der Himmel wird immer blauer. 

 

Schon Ende November

Die Bäume sind müde

Verlieren langsam ihren Schmuck

Stehen bald nackt und kahl da.

 

Sie träumen vom nächsten Frühling

Von Sonne und spriessendem Grün.

 

Oktober
Samstag Nachmittag / Bäume stehen zusammen / schmücken den Herbsttag
Die Wiese hellgrün / bedeckt die dunkle Erde / der Himmel ein Rand